St. Marienkirche Bernau, Foto: S. Steinheisser
St. Marienkirche Bernau

Aktueller Gemeindebrief

Dorfkirche Ladeburg
Kulturprogramm

Förderverein
St. Marien:

www.altemusik-bernau.de


Evangelische Grundschule Bernau
Friedhofsverwaltung
der evangelischen
Kirchengemeinde
St. Marien Bernau

Login Website


Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Offenbarung 21,6

Bekommen, was man bedarf. Das sind vor allem die einfachen Dinge. Nicht die Zugaben, der Luxus.

Das Weihnachtsbild des Marienaltars von Conrad von Soest erzählt davon. Es zeigt Maria und das Kind. Die Freude der beiden aneinander. Ein Bett. Einen sorgenden Gefährten, Josef, der am Boden kniend ein warmes Essen bereitet. Ein Dach für Mensch und Vieh. Spartanisch ist das alles, auf das Notwendige beschränkt. Bis auf die Decke. Gegen die Kälte kann sie nicht groß genug sein. Ihre Farbe dominiert das Bild. Sie steht für Hoheit und Tiefe, Wärme und Liebe.

Bekommen, was man bedarf: das Bild teilt eher hintergründig mit, dass das alles einen weitergehenden Bezug hat. Die himmlischen Heerscharen haben sich hinter Maria im Stall nahe von Ochs und Esel versammelt. Einer verkündigt weiter weg am oberen rechten Bildrand dem Hirten auf dem Felde die Botschaft von der Ehre Gottes und vom Frieden für die Menschen, der viel mehr umfasst als Abwesenheit von Krieg und Rechtlosigkeit.

Bekommen, was wir bedürfen. Die Menschenwelt ist nicht sich selbst überlassen. Das Leben zehrt sich nicht einfach auf. Gott ist es, der es hält, aufrichtet und stützt. Inmitten von Vergänglichem ist und geschieht Unvergängliches. Für alle, bedingungslos - also umsonst.

Verlangen nach dem, was wir bedürfen ist Durst; ist Durst nach Geborgenheit, Würde und Gerechtigkeit.

Unzählige Male schon sind sie zerstört, geschändet und beleidigt worden, von uns, von anderen. Unzählige Male erwarten wir ihre Erneuerung, immer wieder, solange wir leben, obwohl das aus eigener Kraft nicht gelingen kann.

Und unzählige Male geschieht das Wunder, dass Gott zu seinem Wort steht: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“

Der Kirchenvater Augustin (354-430) beschreibt diese Erfahrung: „Gott, von dir sich abwenden heißt fallen; zu dir sich hinwenden heißt aufstehen. In dir bleiben heißt sicheren Bestand haben, dich verlassen heißt sterben. Zu dir heimkehren heißt neu zum Leben erwachen, in dir bleiben heißt leben.“

Es grüßt Sie ganz herzlich Thomas Gericke

Joomla Template by Joomla51.com