St. Marienkirche Bernau, Foto: S. Steinheisser
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Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht,
was er dir Gutes getan hat.

Wir sehen auf dem Titelbild rechts ein klassisches Erntebild. Üppig steht das Korn auf den Feldern. Die Sichel wird geschwungen, eine reiche Ernte ein­gebracht. Doch wir danken zum Erntdedankfest nicht nur für die Früchte der Natur, sondern für alle guten Ergebnisse menschlicher Arbeit. Wir danken auch für die Kunst, die das Leben erfreut; für Dienstleistungen, die das Leben einfacher machen; für die vielen Güter, die wir im Alltag so selbstverständlich gebrauchen und die dennoch nicht selbstverständlich sind. Für all das sagen wir Gott Danke, denn wir wollen ihn nicht vergessen. Doch ich möchte den Blick gegen Gottvergessenheit heute ausweiten: dass vor jeder Ernte die Aussaat steht, ist uns allen bekannt, doch ist es uns auch noch bewusst? Dass wir mit den Ergebnissen unserer Arbeit in Händen Gott danken, ist das Eine, doch bitten wir am Anfang unseres Tuns auch um seinen Segen? Ich befürchte, dass da die Gottvergessenheit noch größer ist – zu unserem Schaden. Gehe ich nicht mutiger, engagierter und fröhlicher an eine neue Aufgabe, wenn ich Gott um seinen Segen bitte? Und nicht nur an den großen Lebenswenden wie Taufe, Einschulung, Konfirmation oder Ehe, sondern ganz alltäglich, bei all meinem Tun – sei es in der Landwirtschaft, in der Industrie oder in sonst einem Bereich. Gott zu danken, macht mich fröhlicher; ihn um seinen Segen zu bitten, macht mich gelassener. Denn er ist ein Gott der Feiertage wie des Alltags.

Das Kirchenfenster aus der Kathedrale im englischen Truro illustriert das Gleichnis vom Sämann. Dieses Gleichnis beschäftigt sich ja vor allem mit den Schwierigkeiten der Aussaat. Wie das gut begonnene Werk Schaden nehmen kann, weil ein Teil der Aussaat auf felsigem Untergrund verdorren kann. Weil ein anderer Teil von den Dornen erstickt und wieder ein anderer Teil von den Vögeln gefressen wird. Die Landwirtschaft kann ein trauriges Lied von den Gefahren des Scheiterns singen. Der Frost im April dieses Jahres hat viele Obstbäume in Mitleidenschaft gezogen, die Ernte hat darunter gelitten. Und ist es nicht der Frost, so können Stürme, Überschwemmungen oder zu große und lange Hitze die Ernte beeinträchtigen.

Was für die Landwirtschaft gilt, gilt für jeden Bereich des Lebens. Wer etwas beginnt, sei es im Beruf oder im Privaten, kann auf Schwierigkeiten treffen oder schlimmstenfalls scheitern. Denke ich dann an Gott oder vergesse ich ihn? Wie bei Aussaat und Ernte möchte er, dass ich mit all meinen Schwierigkeiten zu ihm komme. Und sei es nur in einem Stoßgebet.

Gott vergisst uns nie. Daran erinnert mich das Erntedankfest. Sicherlich gibt es Tage im Leben, an denen ich seine Gegenwart weniger oder gar nicht spüre. An denen nichts zu gelingen scheint oder ich scheitere. An denen alles fruchtlos erscheint, und ich mit leeren Händen dastehe. Seien Sie auch dann gewiss: Aus seiner Liebe fallen wir nie heraus. Immer möchte er, dass wir das Leben in Fülle haben. In der Fülle, für die wir ihm nicht nur zum Erntedankfest danken können.

Es grüßt Sie herzlich Ihre Pfarrerin Konstanze Werstat

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