St. Marienkirche Bernau, Foto: S. Steinheisser
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„Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich
so selten dazu.″,

schrieb einmal der Schriftsteller Ödön von Horwarth.
Genauso empfinde auch ich es oft. Wie gerne würde ich…, könnte ich…, wäre ich…- und bleibe doch immer hinter meinen Vorstellungen meiner Selbst zurück und dessen, wie ich gerne sein und handeln würde.

Gute Vorsätze zum Beginn des neuen Jahres habe ich da schon lange aufgegeben. Doch ich erwarte in jedem Jahr die Fastenzeit als eine Chance, zumindest in diesen sieben Wochen bewusster zu leben. In dieser Zeit kann ich versuchen, ein Stück weit meinem: „Eigentlich bin ich ganz anders…“- Gefühl nachzuspüren, andere Seiten in mir zu entdecken und auf ungewohnten Wegen unterwegs zu sein. Anregend dafür ist in jedem Jahr das Fastenmotto der Aktion: 7 Wochen ohne… - in diesem Jahr heißt es: 7 Wochen ohne Pessimismus – mehr Zuversicht! Ich glaube, das könnte mir gut tun. Eigentlich bin ich doch im Innersten ein zuversichtlicher und hoffnungsvoller Mensch, aber angesichts vieler Probleme und Sorgen komme ich so selten dazu! Könnte ich mich nicht tatsächlich mit mehr Optimismus meinen Problemen stellen, als zu resignieren und mit einer pessimistischen Grundstimmung durch den Tag zu gehen? Doch das bedarf der bewussten Entscheidung, aus eingefahrenen Mustern auszubrechen. Diese Zeit will ich mir nehmen!  Sieben Wochen lang: jeden Morgen ein kurzes Überdenken dessen, was vor mir liegt und wie ich es angehen will - mit Zuversicht und Freude! Und am Abend eine Rückschau, ob es mir tatsächlich hier und da gelungen ist?

Hilfreich ist sicher auch etwas ganz Praktisches, Greifbares, was ich in diesen sieben Wochen tun oder lassen will. Beeindruckt hat mich der Bericht einer Frau, die in diesen sieben Wochen jeden Tag einem wildfremden Menschen 5 € schenkte. Auf diese Weise kam sie mit verschiedensten Leuten ins Gespräch, merkte immer wieder, dass Menschen, von denen man sich auf den ersten Blick ein Bild macht, ganz anders sind, anders reden, denken, fühlen als vermutet. „Seit der Aktion nehme ich Menschen anders wahr, ich sehe viel mehr Nuancen“, schreibt die Frau und zieht am Ende ein Resümee: „Ich habe um Längen mehr bekommen, als ich gegeben habe.“

Ich habe das Gefühl, „7 Wochen ohne“ sind schon lange eher „7 Wochen mit“ geworden. Sie laden uns ein, neue Wege einzuschlagen und so dem Wesentlichen im eigenen Leben auf die Spur zu kommen. Denn Verzicht und Veränderung bieten neue Perspektiven und machen sensibel und für die großen Fragen des Lebens. Und vielleicht gelingt es mir ja, ein klein wenig mehr so zu sein und zu werden, wie ich eigentlich bin?

Es grüßt Sie herzlich Ihre Pfarrerin Konstanze Werstat


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