St. Marienkirche Bernau, Foto: S. Steinheisser
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Der Herbst und die Ewigkeit

Der Herbst und die Ewigkeit sind ein Paar, das einfach gut zusammenpasst. Wenn die Blätter fallen, es draußen dunkler, stürmischer und kälter wird und das Jahr sich langsam aber stetig dem Ende zuneigt, dann entsteht ein kleines Zeitfenster. Ein Zeitfenster, in dem wir als Kirchengemeinden zurückblicken und noch einmal an die Menschen denken, die wir unendlich vermissen, bevor dann am 1. Advent das neue Kirchenjahr beginnt. Der Ewigkeitssonntag, von vielen auch Totensonntag genannt, ist kirchengeschichtlich gesehen ein relativ junger Feiertag. Im Jahr 1816 bestimmte Friedrich Wilhelm der III per Kabinettsorder, dass jeweils am letzten Sonntag des Kirchenjahres der Toten gedacht werden solle. Die Romantik, eine Epoche, in der man sich viel mit dem Tod und der Ewigkeit beschäftigte, beförderte diese Entscheidung.

Der Herbst markiert einen Übergang. Es ist nicht mehr Sommer und noch nicht Winter. Man beginnt wieder Tee zu trinken und Suppe zu kochen, man holt den Wollpullover aus dem Schrank und manch einer zündet bereits den Kamin an. Ich mag diese Jahreszeit und auch die Stimmungen, die mit ihr verbunden sind. Der Übergang vom Sommer zum Winter ist aber auch ein Sinnbild für den Übergang von der Endlichkeit in die Ewigkeit. Trauer und Hoffnung, Kälte und Wärme, Dunkelheit und Licht verbinden sich in dieser Jahreszeit miteinander.

Hiob hatte seine Kinder verloren. Alles um ihn herum war dunkel. Der Schmerz ließ ihm kaum Luft zum Atmen. Hiob trauerte, Hiob klagte, Hiob weinte. Und dann, in seiner schwärzesten Stunde, sprach er diese berühmten Worte: Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt. (Hiob 19,25) Ein Bekenntnis, das Jahrhunderte später von vielen Christinnen und Christen als Hinweis auf die Osterbotschaft gedeutet wurde. Ein Bekenntnis, das Jahrtausende später von einem gewissen Georg Friedrich Händel vertont wurde und einigen von Ihnen jetzt bestimmt in den Ohren klingt. Ein Bekenntnis, das den Kern unseres Glaubens wiederspiegelt und hervorragend zum Ewigkeitssonntag passt. In der Dunkelheit scheint ein Licht, in der Ausweglosigkeit gibt es Hoffnung und auf den Tod folgt das Leben!

Eine ruhige und besinnliche Herbstzeit wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Daniel Rudolphi


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