St. Marienkirche Bernau, Foto: S. Steinheisser
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Überall Regenbögen  
(Joh 15,5)

Überall Regenbögen! Am Fenster, am Zaun, am Eingangstor und am Baumhaus. Ein geheimes Zeichen, das überall in unserer Stadt und auf den Dörfern sichtbar ist. Ein geheimes Zeichen von Kindern für Kinder. Na ja ganz geheim ist es vielleicht nicht mehr, sonst würde ich ja hier nicht davon schreiben. Ich freue mich immer, wenn ich auf einer meiner Spaziertouren mit meinem Sohn einen Regenbogen sehe. Jedes Kind, das einen Regenbogen entdeckt weiß: „Ich bin nicht alleine, hier wohnt ein anderes Kind, das momentan zuhause bleibt und sich genau wie ich darauf freut, irgendwann wieder mit den Freunden zu spielen, draußen herumzutoben und einfach im hier und jetzt zu leben, ich bin nicht alleine, wir sind ganz viele.“

Jesus Christus spricht: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht.

Für Kinder sind schon vielen Wochen die Kitas und Schulen geschlossen, für uns als Gemeinde war lange Zeit die Kirche verschlossen. Auf jeden Fall, was den sonntäglichen Gottesdienst anbelangt. Gemeinde ohne gemeinsamen Gottesdienst, kann das gelingen? Zu Beginn der Krise war ich mir da nicht sicher.

Doch ich bin eines Besseren belehrt worden. Denn es wurde Gottesdienst gefeiert, die ganze Zeit! Einige Damen aus unserer Gemeinde haben sich telefonisch zur Bibelstunde getroffen, viele Gemeindeglieder haben sich gegenseitig unterstützt, die Bläsermusik jeden Tag um 18:00 Uhr am Kirchplatz oder aus dem Gemeindehaus in Ladeburg ist zu einem Zeichen der Verbundenheit geworden. Unsere Onlineandachten wurden ins sonntägliche Familienfrühstück integriert. Manche Menschen, die es schon vor Corona Zeiten nicht mehr in die Kirche geschafft haben, freuen sich durch das Tablet wieder dabei zu sein, unsere Stimmen zu hören und das Gebäude zu sehen und viele haben von uns versandte Lesegottesdienste mit einer Kerze und einem Gesangbuch im eigenen Wohnzimmer gefeiert. So sehr ich unsere Kirchen auch vermisse, die Gerüche, die Klänge, die Bilder, das Gewölbe, habe ich in den letzten Wochen gemerkt: wir sind Kirche auch ohne unsere Kirchen und das ist gut so, denn die Gebäude sind vergänglich, auch wenn sie viele Jahrhunderte alt sind. Das heißt nicht, dass man auf unsere Kirchen in irgendeiner Art und Weise verzichten sollte, auf keinen Fall, denn der Kirchraum ist so vieles, ein Stück zuhause, ein Ort der Gottesbegegnung, ein Ort voller Geschichte und Reichtum, ein Ort der Freude, der Trauer, des Leids und der Hoffnung. Und dennoch sind wir zu aller erst eine geistliche Gemeinschaft, eine Gemeinschaft, die sich dadurch auszeichnet, dass wir mit dem Weinstock verbunden sind, dass der Weinstock jeden einzelnen von uns versorgt und uns gleichzeitig verbindet, zu einem Großen und Ganzen und erst dann, viel später kommt das Gebäude. Die Kirchgebäude waren vielleicht einige Wochen geschlossen, doch die Kirche ist lebendiger denn je, davon bin ich überzeugt.

Wir gehen nun in eine neue Phase. Am kommenden Sonntag (10.05.2020) können wir uns das erste Mal seit 9 Wochen wieder in der St. Marien Kirche zum Gottesdienst treffen. Ich freue mich darauf und bin gleichzeitig nervös. Die Gottesdienste werden anders sein als Anfang März, denn nach wie vor bedarf es großer Vorsicht, wir können nicht erwarten, dass wir da weitermachen können, wo wir vor neun Wochen aufgehört haben, doch auch ein anderer Gottesdienst kann stärken, Mut machen, trösten und Hoffnung spenden. Und wir werden gleichzeitig im Internet präsent bleiben, vielleicht nicht mehr wöchentlich, aber regelmäßig.

Gehen Sie nun in die kommenden Wochen mit dem Wissen, dass wir nicht alleine sind, sondern alle zu dem einen Weinstock gehören, ein Weinstock, der uns auch in diesen Zeiten mit allem Lebensnotwendigen versorgt.

Ich freue mich auf die kommenden Begegnungen

Pfarrer Daniel Rudolphi


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