St. Marienkirche Bernau, Foto: S. Steinheisser
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Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder.   Sprüche Salomos 16,24

Heute, so habe ich oft den Eindruck, wird zwar viel geredet, aber wenig ernsthaft gesprochen. Und wenn doch, sind es oft wenig tief gehende Gespräche. Was vielleicht auch daran liegt, dass das Zuhören aus der Mode kommt, weil es eher darum geht, von sich zu reden und sich selbst darzustellen. Wo viel dargestellt wird, ist viel Wettbewerb und wenig Zuhören. Das Wort selbst ist in der Krise, könnte man sagen. Das liegt am vielen Gebrauch und dem schlechteren Zuhören. Schließlich nehmen auch die normalen Kontakte zu Menschen ab. Wer an keinen Bankschalter mehr muss, weil man diese Geschäfte im Internet tätigt – wie auch viele Einkäufe –, verliert die Empfindung für fremde Menschen. Und wer die verliert, meint, sich alles leisten zu können.

Unfreundliche, beleidigende Reden scheinen in allen Bereichen des Lebens gesellschaftsfähig geworden zu sein, in der Politik, in der Schlange vor der Kasse, im Straßenverkehr, von Facebook gar nicht zu reden. Freundliche Reden sind dagegen eher eine Seltenheit, fürchte ich. Wenn aber ein Mensch unerwartet freundlich einen anderen anspricht, dann ist es wirklich wie Honigseim – das ist der noch nicht verarbeitete Seim, der aus den Waben fließt. Er ist schmackhaft und süß. Er tut der Seele gut. Freundliche Reden, weiß die Bibel, stärken das Leben an Leib und Seele. Freundliche Reden machen sie gesünder, zumindest heiler. Was also sollte uns eigentlich hindern an freundlichen Reden?

Man muss sie sich, wie alles Gute, vornehmen. Von selbst sind wohl die wenigsten freundlich. Selbst dann nicht, wenn sie viel Freundlichkeit erfahren. Also nehmen wir es uns vor. Und üben uns ganz bewusst, im Namen Gottes, in freundlichen Reden in diesem Sommer. Gelegenheiten dazu gibt es so viele. Wer sich sagt: Ich will freundlich bleiben, wird zum Geschenk für die Welt. Andere haben auch ihre Lasten, andere tragen auch Leid oder Schmerz, andere sind für mein Unglück meist nicht verantwortlich. Mit anderen Worten: Es gibt keinen Grund zur Unfreundlichkeit. Selbst dem Unfreundlichen versuche ich, freundlich zu begegnen in der Hoffnung, dass Freundlichkeit seiner Welt ein anderes Licht bringt. Und meiner Welt auch.

Ich wünsche Ihnen allen eine gute, freundliche Zeit,

Ihre Pfarrerin Konstanze Werstat


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